Sanikel Sanicula europaea L. Saniculae herba (-radix)

Sanikel

Sanikel

Die kleine Doldenblütlerin meidet das grelle Licht und gedeiht auf Humusböden in Laubwäldern. Sa­nicula stammt aus dem lateinischen und bedeutet sinngemäß „Heilerchen, kleiner Heiler”. Das „Heil aller Schäden” gehörte im Mittelalter zur Notfall-Ausrüstung jeden Arztes, Soldaten trugen es auf Feldzügen bei sich, und selbst die Barbiere hatten es bei der Hand, um blutende Schnitte schnell ver­sorgen zu können. LONICERUS lobte 1679 den Sanikel: „er ist aller Barbirer Wundkraut und heilet, reiniget und säubert alle Wunden”.

Inhaltsstoffe: Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, wenig ätherisches Öl (Wurzel und Kraut) und Mine­ralien. Im Kraut zusätzlich Vitamin C und Allantoin, das die Wundheilung fördert (siehe Beinwell). Wirkungen: Entzündungshemmend, antibakteriell, adstringierend und heilungsfördernd bei schlecht heilenden Wunden.

Indikationen: Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Hautausschläge, Geschwüre, Quetschun­gen, Zerrungen. Verwendet wird hauptsächlich das Kraut, aber auch die Wurzel (bei Husten, Bronchi­tis oftmals das ganze Kraut mit der Wurzel).

Darreichungsformen: Tee (zum Spülen und Gurgeln, für Umschläge und Waschungen), Salben. Tagesdosis: 4-6 g Droge.

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: Nicht bekannt.

Präparate: Nur für die Indikation Husten.

Teezubereitung: 1-2 TL mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ausziehen. Für Umschläge, Waschungen, zum Gurgeln und Mundspülen sowie für den innerlichen Gebrauch.

Kommission E: Leichte Katarrhe der Luftwege.