Kümmel Carum carvi Carvi fructus (M)

 

Kümmelsamen

Kümmelsamen

Kümmel gehört zu den Doldenblütlern und findet sich auf artenreichen Almwiesen. Er ist ein uraltes Gewürz, das nachts böse Dämonen vertreiben sollte. Deshalb stellte man eine Schale mit Kümmel unter das Bett unruhiger Kinder. Wem Kümmel als ganzes Korn nicht schmeckt, kann Kümmelkörner in ein Säckchen gebunden mitkochen und anschließend entfernen, dann entfaltet sich zartes, verdauungsför­derndes Kümmelaroma. Oder den Kümmel frisch feingemahlen zugeben, zu Brot, Gemüse, Kartoffel-und Kohlgerichte oder Quark. Andere bevorzugen eher geistige Getränke: auch Kümmelschnaps ist verdauungsfördernd.

 

Inhaltsstoffe: 3-7 % ätherische Öle (Carvon, Limonen, Dihydrocarveol, Carveol), fettes Öl, Eiweiß, Gerbstoffe, Zucker, Flavonoide, Phenylcarbonsäuren (Kaffeesäure), Cumarine und Harze. Wirkungen: Blähungstreibend, krampflösend, verdauungsfördernd, appetitanregend, durchblutungs­fördernd (Magen-Darmschleimhaut) und keimhemmend. Außerdem auswurffördernd, antimikrobiell, desinfizierend und choleretisch. Für Kümmelöl ist eine beträchtliche fungizide Wirkung (vergleichs­weise stärker als Nystatin) festgestellt worden.

Indikationen, innerlich: bei Meteorismus, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, leichten krampfartigen Magen-Darm-Störungen und Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen. Äußerlich: Das ätheri­sche Öl als durchblutungsförderndes und mild hautreizendes Einreibemittel oder verdünnt in Pflan­zenölen zum Einreiben bei Nabelkoliken der Kinder (eine lokale Resorption über die Bauchhaut ist erwiesen).

Darreichungsformen: Innerlich: Die Früchte frisch gemörsert als Tee, Aperitifs, Gewürze, Fertigpräparate. Äußerlich als 3 % ige Kümmelöleinreibung.

Tagesdosis: 1,5-6 g Droge.

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: Nicht bekannt

Präparate: Aspasmon N Tr.(mit Anis- und Pfefferminzöl, Bäuchlein-Salbe Babynos (mit Anis), Car­minativum Hetterich N Tr. (mit Fenchel, Kamille, Kümmel, Pomeranzenschalen), Carum carvi Zäpf­chen Weleda, Flatuol Filmtbl., Kneipp (mit Enzian, Fenchel, Pfefferminz), Lomatol Tr. (mit Fenchel, Pfefferminz, Wermut).

Teezubereitung: 1 TL frisch gequetschte Droge (2-3 g) mit 150 ml siedendem Wasser überbrühen, 10-15 Min. abgedeckt ziehen lassen. 2-4-mal täglich eine Tasse warm zwischen den Mahlzeiten trinken.

Kommission E: Dyspeptische Beschwerden wie leichte, krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl.

Pfefferminze Mentha piperita Menthae piperitae folium (M)

Nach einer Sage von Ovid sind die vielen Minzenarten entstanden aus dem Leib der schönen Nymphe Mintha, der aus Eifersucht von PERSEPHONE in 1000 Stücke zerrissen wurde. Die Pfefferminze war schon seit Urzeiten hochgeschätzt: In biblischen Zeiten galt sie als Zahlungsmittel; die Ägypterinnen brachten auf einem Lager aus heilsamer Minze ihre Kinder zur Welt.

So gern Pfefferminztee getrunken wird, er sollte kein Dauerteegetränk sein!

Menthol stimuliert die Bil­dung von Magensäure und kann zu Magenschmerzen führen. Als Ersatz kann die Krause Minze ge­trunken werden, die weniger scharf ist und anstelle von Menthol Carvon enthält.

Inhaltsstoffe: : Bis 0,5-4 % ätherisches Öl (Hauptbestandteil: Menthol 35–50 %), Flavonoide und Gerbstoffe.

Wirkungen: Krampflösend, schmerzlindernd, verdauungsfördernd, gallenflussfördernd, gärungswidrig und antiseptisch. Reines Menthol wirkt im Bereich der Atemwege sekretlösend, äußerlich örtlich be­täubend und erfrischend.

Indikationen: Tee bei krampfartigen Magenbeschwerden und Gallenleiden. Blätter und ätherisches Öl als Geruchs- und Geschmackskorrigens bei Arznei- und Körperpflegemitteln.

Darreichungsformen: Tee, Likör, Fertigpräparate.

 Hinweis: Bei chronischen Magenbeschwerden ist von einem Dauergebrauch von Pfefferminzzuberei­tungen abzuraten. Vorsicht bei Gastritis, denn Pfefferminze ist ein Säurelocker.

Tagesdosis: 3–6 g Droge, 5–15 g Tinktur.

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: Blätter: bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Öl: nicht bei Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündungen oder schweren Leberschäden; pfefferminzölhaltige Zubereitungen nicht bei Säuglingen und Kleinkindern.

Präparate: Aspasmon N Tr. (mit Anis- und Pfefferminzöl), Carminativum Hetterich N Tr. (mit Fen­chel, Kamille, Kümmel, Pomeranzenschalen), Kneipp Flatuol Filmtbl (mit Enzian, Fenchel, Pfeffer­minz), Rowachol Digestiv Kaudrg. (mit Menthol u.a. äth. Ölen).

Teezubereitung: 1–2 TL (1–2 g) Droge mit 1 Tasse siedendem Wasser übergießen, bedeckt 10 Minu­ten ziehen lassen. 3–4-mal täglich 1 Tasse.

Hinweis: Bei Arzneibuchqualität muss der Stängelanteil unter 5 % liegen.

Kommission E: Pfefferminzblätter: Krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie der Gallenblase und —wege; Ka­tarrhe der oberen Luftwege.