Französische Weinbauern stellen schon seit langem Aufgüsse zum Trinken und Breiumschläge zur äußerlichen Anwendung aus Weinlaub her, um Venenerkrankungen zu lindern. Erst kürzlich (2002) konnte in einer klinischen Studie der Nachweis erbracht werden, dass der Trockenextrakt aus Rotem Weinlaub die Verminderung von Beinödemen bewirkt. Rotes Weinlaub ist sehr gut magenverträglich.
Inhaltsstoffe: Flavonoide (Quercetin, Rutin, Kämpferol), Kaffeesäurederivate, Gerbstoffe, organische Säuren, Oxalsäure.
Wirkungen: Der Flavonoidwirkstoff Rutin (mit Troxerutin und Rutosid) wirkt gefäßabdichtend. Die Membrandurchlässigkeit wird herabgesetzt, dadurch entsteht eine Schutzwirkung und Ödeme werden verhindert.
Indikationen: Venöse Insuffizienz, venöse Ödeme, Thrombophlebitis, Ulcus cruris. Rutin wurde früher bei Urticaria und Strahlenschäden eingesetzt und ist ein wichtiger Radikalfänger.
Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: Die Pflanze wird heute in der Phytotherapie nicht mehr verwendet und hat eine Negativmonographie erhalten, weil durch das ätherische Öl zu viele toxikologische Nebenwirkungen auftreten: Kontakt-, Lichtdermatitis, schwere Leber- und Nierenschäden, bei Überdosierung auch Abort mit Todesfällen in der Schwangerschaft. Die in der Droge enthaltenen Furanocumarine wirken phototoxisch und mutagen.
Präparate: Antistax Venenkapseln, -salbe und Venentropfen.


