Kapuzinerkresse Trapeolum maius (M)

Kapuzinerkresse

Im 16. Jahrhundert brachten holländische Seefahrer die rote Blume aus Peru nach Europa. Sie wurde hier zuerst in Klostergärten gezogen, dort hat sie wohl ihren deutschen Namen her: Kresse der Kapuzinermönche; der eigenartige Sporn der Blüte erinnert an eine Mönchskapuze. Die oberirdischen Teile sind essbar und schmecken pikant scharf

Inhaltstoffe: Senfölglykoside

Wirkungen: Die Senföle werden über die Niere und die Atemwege ausgeschieden (auch über die Mandeln, die vereitert sind) und entfalten dort ihre Wirkung: bakteriostatisch, virustatisch, antimykotisch, hyperämisierend und immunmodulierend. Ihre hochwirksam leicht flüchtigen antibiotischen Substanzen sind schwächer als Penicillin und Streptomycin, haben aber den Vorteil, keine Resistenz oder Allergie auszulösen.

Indikationen: Atem und Harnwegsinfekte, Tonsillitis, Sinusitis, grippale Infekte

Darreichungsformen: Tinktur, Fertigarzneimittel, frische Pflanzenteile

Tagesdosis: ca. 3 x 15 mg Benzylsenföl, nach den Mahlzeiten nicht länger als 6 Wochen

Nebenwirkungen: bei Überdosierungen können Haut- und Schleimhautreizungen auftreten, Magen-Darm –Beschwerden; flüchtiges urtikarielles Exanthem; es kann zur Kontaktdermatitis kommen; bei Überdosierung Albuminurie (vermutlich durch Schädigung des Nierensystems); während der Therapie sollte kein Alkohol getrunken werden, da die Alkoholtoleranz durch Benzylsenföl verringert wird.

Gegenanzeigen: Magen-Darm-Ulzera; Nierenerkrankungen, Säuglinge, Kleinkinder

Präparate: Angocin Anti-Infekt N(mit Meerrettich), Alcea Tropaeolum majus Ø

Teezubereitung: nicht üblich, stattdessen roh zu Speisen oder in Essig geben

Kommission E: es wurde lediglich eine positive Stoffcharakteristik verabschiedet, weil es zum damaligen Zeitpunkt kein Monopräparat gab. Adjuvant bei Katarrhen der Luftwege, Infekten der ableitenden Harnwege und bei leichten Muskelschmerzen.