Beinwell Symphytum officinale Symphyti radix (M)

Beinwell

Beinwell

Beinwellwurzel verdient ihren Namen als „Knochen-Heilerin“ einen Namen gemacht. Das Wort stammt von althoch-deutsch „Bein: Gebeine, Knochen” und „well: wallen, zusammenwachsen“. In der griechischen Namensgebung weist „symphein: zusammenwachsen” auf die wundheilenden und regenerationsför­dernden Eigenschaften hin.

Die Pflanze wird besonders in der Sportmedizin sehr geschätzt: laut einer Studie erwies sich Beinwell als Heilmittel ersten Ranges bei Sprunggelenksdistorsionen durch den schnellen Rückgang von Schmerzen und Schwellung sowie durch die rasch erreichte Gelenkmobilität.

Inhaltsstoffe: Reichlich Schleimstoffe (Fructane), bis 1,5 % Allatoin (aus dem Purinstoffwechsel), 4-6 % Gerbstoffe, Rosmarinsäure, Cholin. Je nach Herkunft und Anbausorte geringe Mengen bis Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden (P.A.). Seit 1996 gibt es P.A.-freie Zuchtsorten (Kyttasalbe). Wirkungen: Schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend, wundreinigend und lokal reizmildernd. Allantoin fördert die Kallus-Bildung, die Zellneubildung und damit die Regeneration von Gewebe, sorgt für eine Verflüssigung des Wundsekretes und dadurch zu einer verbesserten Granula­tion. Cholin reduziert den Austritt von Gewebeflüssigkeit, erweitert die Arteriolen und führt damit zu einer besseren Durchblutung. Schleim und Gerbstoffe fördern die Wundheilung.

Indikationen: Schlecht heilende, unblutige stumpfe Verletzungen wie Quetschungen, Distorsionen, Hämatome, Kontusionen. Schlecht heilende Wunden und Frakturen, Ulcus cruris, Furunkel, Augen­verletzungen, chronische Ulzerationen, utopische Ekzeme und Psoriasis. Muskelkater, Sehnen-, Seh­nenscheiden- und Schleimbeutelentzündung, Knochenhaut-, Venen- und Nagelbettentzündung,Thrombophlebitis und Lymphknotenschwellungen.

Darreichungsformen: Zerkleinerte Droge, Tinkturen, Salben, Frischpflanzenanwendungen für halbfeste Zubereitungen und Kataplasmen.

Hinweis: Da die enthaltenen Schleimstoffe gut Wärme speichern, eignen sich Beinwellwurzelpasten speziell für Packungen und Umschläge.

Tagesdosis: Salben mit 5-20% getrockneter Droge; Zubereitungen entsprechend (nicht mehr als 100 ug P.A. Anwendungsdauer: Nicht länger als 4-6 Wochen/Jahr, da in sehr geringen Mengen hepatotoxische P.A. enthalten sein können. (Obwohl diese bei topischer Anwendung nicht in den Blutkreislauf gelan­gen, wurden Anwendungsdauer und tgl. Applikationsmenge durch die Kommission E vorsorglich eingeschränkt). P.A.-freie Zubereitungen unterliegen diesen Begrenzungen nicht.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt.

Gegenanzeigen: Aufgrund der Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 2 Jahren. Nur auf intakter Haut anwenden.

Präparate: Traumaplant Salbe, Symphytum, äthanol. Decoctum als Salbe und Tinktur Weleda. P.A.-frei_ Kytta-Plasma f Umschlagpaste, Kytta-Salbe f, Beinwellsalbe (P.A. frei) (mit Calendula-Johanniskrautöl, Beinwelltinktur, Bienenwachs, Propolistinktur, Sheabutter, Wollwachs pestizidfrei).

Teezubereitung: 1 EL gut zerkleinerte Droge mit 1/4 l warmem Wasser übergießen, 30 Min. ziehen lassen und für Umschlag/Bad verwenden. (Für die Hausapotheke können die Blätter mitverwendet werden. Ich habe beste Erfahrungen gemacht mit Beinwellwurzelpulver, das mit Beinwellblättertee zur Paste angerührt und auf die Verletzung aufgebracht wurde).

Kommission E: Äußere Anwendung: Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen.

 

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