Mohn rhoeas – Klatschmohn, Kornrose

Klatschmohn

KlatschmohnSS

Schlafmohn, Backmohn, Blutblume, Ölmohn

Klatschmohn wurde als Liebesorakel benutzt:
man schlug auf die Blütenblätter und die Stärke des Knalls zeigte den Grad der Gegenliebe an.

Nach Theokrit ist der Schlafmohnaus den Tränen der Aphrodite entsprungen, als sie um den Verlust ihres Geliebten Adonis weinte.

Bei den alten Griechen war Papaver somniferum  – „Blume der Träume“ nannten sie ihn – als Sinnbild des Gottes der Träume Morpheus geweiht.
Von daher stammt der Name „Morphium“, zu dessen Herstellung er heute noch dient. Als Opium weltweit bekannt, wirkt der Schlafmohn, bekanntermaßen berauschend, aber auch sexuell erregend.  (In Deutschland ist der Anbau – auch einzelner Pflanzen im Privatgarten – genehmigungspflichtig – mehr hier). Das durch kaltes Pressen der weißen, blauen oder schwarzen Samen gewonnene Mohnöl wird als Speiseöl sowie industriell genutzt.

Mohnkuchen (aus den blauen,  opiumfreien Samen hergestellt) sollten z. B. beim Nachmittag-Liebestreff als symbolisches Liebesmittel nicht fehlen …

Die „Allerleilustblume“ wie man sie im Volksmund eindeutig bezeichnend nennt, ist auch im Bild „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch vertreten.

Warf man in der Andreasnacht Mohnkörner hinter sich, so sah man den Liebsten im Traum.

Das bulgarische Wort für Braut, „bulka“, bedeutet gleichzeitig Klatschmohn.
Mohn war der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter geweiht und Brautpaare wurden deshalb mit Mohn überschüttet. Auch heute noch ist dies in einigen ländlichen Gegenden Brauch, allerdings wohl eher mit dem Wunsch, daß den Brautleuten das Geld nicht ausgeht. Die christliche Malerei des Mittelalters stellte den Klatschmohn und reife Ähren als Symbol für das Messopfer, für das das Blut und den Leib Christi dar.

Die Samen des kleinen Bruders, des Staudenmohns (Papaver orientalis) mit seinen “ Blumen, die wie südliche Mädchen sind, diese liederlichen Dinger mit ihren losen Blütenblättern und ihren schwülen schwellenden Lippen“, wie Beverly Nichols schreibt, wirken weniger heftig als das Opium des großen Bruders, aber durchaus genügend „liebesberauschend“.