Mädesüß (Filipendula ulmaria (L.) MAXIM.) (M)

Maedesuess

Maedesuess

Geschichtliches:
Mädesüß war, neben Eisenkraut und Wasserminze, eine der drei heiligsten Pflanzen der Kelten. Viel ist darüber nicht mehr bekannt, da die Kelten nichts aufzeichneten und wir so auf Berichte Dritter, nämlich der Römer, angewiesen sind. Vermutlich wurde sie zu Ehren der Götter in den Feiern zur Sommersonnenwende eingesetzt. Traditionell wurde Mädesüß über die Jahrhunderte als Streukraut für den Boden verwendet, um den Raum zu aromatisieren und gleichzeitig mit seinem Duft auch (Krankheits-) Dämonen, die stark riechende Pflanzen verabscheuen, fernzuhalten.

Namensentstehung:
Der Name Mädesüß hat nichts mit Mädchen zu tun, sondern kommt wahrscheinlich von Mahd, weil sie zur Zeit der Heuernte (=mahd, mähen) besonders schön blüht und dem Heu ein besonderes Aroma verleiht. Weil sie auch zum Aromatisieren von Met verwendet wurde, könnte „Mädesüß“ auch eine Abwandlung von „Met“ sein. Die Blätter dieser Pflanze wurden diesem Getränk zugesetzt.

Inhaltsstoffe:
Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind Salicylsäureverbindungen. Sie enthält Gaultherin und dessen Aglykon Salicylsäuremethylester, Spiraein und dessen Aglykon Salicylaldehyd sowie freie Salicylsäure, weiterhin Gerbstoff und etwas ätherisches Öl.

Anwendung:
Aspirin ist ein Medikament, dass dem Mädesüß nachempfunden wurde. Die im Mädesüß enthaltene Salicylsäure wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend, krampflösend, harntreibend, schweißtreibend, zusammenziehend, herzstärkend und äusserlich narbenheilend. Bei fiebrigen Erkältungen hilft sie beim Schwitzen. Mädesüß kann auch als magenwirksames Mittel empfohlen werden und ist somit ein magenschonendes Aspirin.

Die Blüten können zur Zubereitung von aromatischen Tees und Teemischungen und für Ansatzschnäpse und Liköre verwendet werden.

Empfindliche, leicht entzündliche Haut kann man beruhigen, wenn man den Absud von Mädesüß ins Badewasser gibt. 250 g des Krauts in 2 l kalten Wasser langsam zum Kochen bringen und zugedeckt 15 Minuten auf sehr kleiner Flamme köcheln lassen. Abgießen und ins Badewasser geben.

Nebenwirkungen:
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Salicylate!

Nicht anwenden bei Asthmatikern!

Nicht anwenden bei Säuglingen und Kleinkindern!

Nicht anwenden während Schwangerschaft und Stillzeit!

Bei Anwendung in höheren Dosen oder über längere Zeit können aufgrund des Salicylatgehaltes Magen- und Darmbeschwerden auftreten

In der chinesischen Medizin wird das Mädesüß als kühlende Pflanze beschrieben. Die Pflanze kühlt Hitze, wirkt harntreibend, zerteilt Verhärtungen, öffnet die Oberfläche und bewegt das Leber-Qi. (Qi = energetische Schwingungen)

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