Der 4-7 m hohe Melonenbaum ist in den Tropen beheimatet. Er wird von einem Schopf großer gestielter Blätter gekrönt, die die direkt darunter sitzenden Früchte beschatten. Die reifen Früchte (Papaya) schmecken roh genossen absolut delikat. Das arzneilich genutzte Enzym Papain wird allerdings aus dem Milchsaft (Latex) der unreifen Fruchtschalen (tritt durch Anritzen der Schale aus und trocknet schnell an der Luft) und aus den jungen frischen Blättern gewonnen. Laut DARWIN machten Indianer ihr Fleisch mürbe, indem sie es mit Papayablättern einhüllten. In Indien werden bei üppigen Feiern zur besseren Verträglichkeit stets Papayafrüchte gereicht, deren Saft auch Milch zum Gerinnen bringt.
Inhaltsstoffe: Verschiedene Enzyme (vor allem Papain, aber auch Chymopapain A und B, Lysozym, Lipase u.a.), Aminosäuren. In den Blättern zusätzlich Saponine und Alkaloide.
Wirkungen: Proteolytisch (spaltet Peptidbindungen), verdauungsfördernd, ödemabbauend, analgetisch, entzündungshemmend (wird z. Z. noch kontrovers diskutiert) und fibrinolytisch (bei traumatischen Ödemen).
Indikationen: Bei Verdauungsstörungen infolge Pankreasinsuffizienz (als Enzympräparat ist diese Wirkung unumstritten!)
Darreichungsformen: Inzwischen nur noch als Fertigpräparat mit auf internationale Enzymeinheiten eingestelltem, gereinigtem Papain empfohlen.
Tagesdosis: 50 mg Papain zu jeder Mahlzeit.
Nebenwirkungen: In seltenen Fällen Allergien, Asthmaanfall, evtl. Verstärkung der Blutungsneigung bei Gerinnungsstörungen.
Gegenanzeigen: Erhöhte Blutungsneigung bei Gerinnungsstörungen, Schwangerschaft (abortiv, embryotoxisch, teratogen).
Präparate: ARBUZ Tbl. (mit Pankreatin), Wobenzym N magenssaftresistente Tbl. (mit Ananasenzym, Pankreasenzym, Rutosid).
Teezubereitung: Keine, wird nur als Fertigpräparat verwendet.
Kommission E: Rohpapain, also nicht aufgereinigtes Papain erhielt aufgrund nicht ausreichend belegtem wissenschaftlichen Erkenntnismaterial eine Negativmonographie. Reinpapain ist davon nicht betroffen.


