Schöllkraut Chelidonium majus Chelidonii herba (M)

Schoellkraut

Schoellkraut

Chelidonium ist ein Mohngewächs und war wegen seiner krampflösenden Eigenschaften schon in der Antike bekannt. Der im Volksmund gebräuchliche Name „Schwalbenkraut” stammt von griech. „che­lidon: Schwalbe“. Sprachkundler allerdings behaupten, „Chelidonium” leite sich ab von griech. „keli­do: beflecken”, denn alle Teile der Pflanze enthalten einen wunderschönen goldgelben Milchsaft, der braune Flecken hinterlässt. Die Alchemisten nannten die Pflanze „Coeli donum: Himmelsgabe” oder auch Goldkraut.

Inhaltsstoffe: Alkaloide (Coptisin, Chelidonin u.a., papaverinähnlich), Flavonoide, Saponine, Caroti­noide, wenig ätherisches Öl.

Wirkungen: Krampflösend am oberen Verdauungstrakt (vor allem bei Beschwerden der Gallenwege und Gallenblase), gallenflussfördernd, schmerzlindernd und zentral sedierend.

Indikationen: Krampfartige Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts; zur Nachbehandlung von Hepatitiden.

Darreichungsformen: Tee, Tinktur (aus frisch gepresstem Saft 1:1 mit Alkohol hergestellt, nach ZIMMERMANN), Fertigpräparate.

Tagesdosis: 2-5 g Droge; maximal 4 Wochen lang.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt (bei Überdosierung bzw. bei falscher Anwendung wie bei akut-entzündlichen Lebererkrankungen Anstieg der Transaminasen möglich).

 

Gegenanzeigen: Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern unter 12 Jahren, akute Lebererkrankungen. Bei Gallensteinleiden bzw. Verschluss der Gallenwege nur nach ärztlicher Rücksprache.

Präparate: Ardeycholan N Drg., Cholagogum N Nattermann Tr. (mit Curcuma, Pfefferminzöl), Cholspasmin phyto Kps., Cynarzym N Drg., (mit Artischocke, Boldo), spasmo gallo sanol Drg. (mit javan. Gelbwurz), Gallopas novo Filmtbl./Tr., Panchelidon N Tr./Kps.

Teezubereitung: Schöllkraut ist eine Alkaloiddroge und sollte nur als 10 %iger Anteil für eine Tee-mischung (mit Schafgarbe, Pfefferminze, Kamille, Artischocke u.a.) verordnet werden. Als Teezube­reitung ist es unsicher in der Wirkung; weil es in sehr unterschiedlichen Mengen im Drogengut vor­handen ist und die Wirkstoffe nach kurzer (3-6 Monate) Lagerung ihre krampflösende Wirkung ver­lieren.

Kommission E: Krampfartige Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts.

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