Eichenrinde Quercus robur Quercus cortex (M)

Eiche

Eiche

Die kräftige Eiche mit ihrer markanten Rinde galt als Sinnbild der Zähigkeit und kraftvollen Männlichkeit. Medizinisch verwendet werden die Rinden junger Zweige der Stieleiche (Sommereiche) und der Traubeneiche (Wintereiche), im Frühjahr gesammelt und getrocknet. Dabei sollen die Äste nicht dicker als 6 cm im Durchmesser sein. Eichenrinde wird seit langem verwendet, schon DIOSKURIDES lobte sie als zusammenziehendes, austrocknendes Mittel. Im Mittelalter wurde sie aufgrund dieser Ei­genschaften zum Gerben eingesetzt.

Inhaltsstoffe: 8-20 % Catechingerbstoffe, Flavonoide (darunter Quercetin-Derivate).

Wirkungen: Adstringierend, leicht entzündungshemmend, sekretionshemmend und gewebeverdichtend, keimhemmend und virustatisch. Eichenrinde hemmt die Kapillarpermeabilität und wirkt mild oberflächenanaesthesierend, juckreizstillend und schmerzlindernd. Wohltuend ist die durch die leichte Lokalanästhesie bewirkte Juckreizlinderung. Bei der Anwendung sind keine Reizungen zu erwarten.

Indikationen: Mittel der Wahl bei nässenden Ekzemen (auch Ulcus cruris). Bei entzündlichen Haut­erkrankungen mit Juckreiz (Windpocken: mit Eichenrindentee abtupfen); ergänzende Behandlung bei Analfissuren und Hämorrhoiden (Bad), bei Fußschweiß und Frostbeulen. Bei Windeldermatitis, Intertrigo, Verbrennungen 1. Grades und Juckreiz speziell im Genito-Anal-Bereich. Als Adjuvans bei der Mykosetherapie und Hyperhidrosis; bei entzündlichen Augen- oder Mundhöhlenerkrankungen.

Darreichungsformen: Dekokte für Kompressen, Umschläge, Teil- oder Vollbäder, Spülungen, Gur­gellösung; Salben, Lotion, Pulver.

Tagesdosis: 3 g Droge. Für Spülungen, Umschläge und Gurgellösungen: 20 g Droge auf 1 1 Wasser. Für Voll- und Teilbäder: 5 g Droge auf 1 1 Wasser.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt.

Gegenanzeigen: Bei äußerer Anwendung großflächige Hautschäden. Vollbäder nicht anwenden bei nässenden, großflächigen Ekzemen und Hautverletzungen, fieberhaften und infektiösen Erkrankun­gen, Herzinsuffizienz.

Anwendungsdauer: Nicht länger als 2 Wochen wegen der gerbenden und austrocknenden Wirkung. Präparate: Eichenrinde-Extrakt FS Flüssiger Badezusatz, Quercus-Essenz WALA, Quercus Salbe WALA (mit Borretschblättern, Hamamelisblättern), Silvapin. (Synthetische Präparate: Tannosynt und Tannolact).

Teezubereitung: Für Spülungen, Umschläge und Bäder: 20 g zerkleinerte Droge mit 1 1 Wasser aufkochen, 5-10 Min. ziehen lassen, abgießen, mehrmals tgl. anwenden.

Kommission E: Äußere Anwendung: Entzündliche Hauterkrankungen, leichte Entzündungen im Mund- und Rachenbereich sowie im Genital- und Analbereich.