Faulbaum Rhamnus frangula Frangulae cortex (M)

Faulbaum

Faulbaum

Seit dem Mittelalter zählt Faulbaum zu den häufigsten Abführmitteln. Die Rinde muss erst ein Jahr ge­lagert werden, sonst ist die Wirkung brechreizerregend. Das Holz wurde früher zu Kohle verascht und zur Herstellung von Schwarzpulver benutzt; daher kommt der Name „Pulverholz“. Faulbaum ist im Vergleich zu Senna und Aloe weniger stark wirksam, dafür besser verträglich und auch in der Kinder­heilkunde (ab 10 Jahren) anwendbar.

Inhaltsstoffe: Anthranoide.

Wirkungen: Abführend.

Indikationen: Verstopfung und bei Erkrankungen, bei denen eine leichte Defäkation erwünscht ist. Faulbaumrinde verursacht weniger Darmkrämpfe und ist daher bei spastischer Obstipation am besten geeignet. Auch setzt ihr Gewöhnungseffekt langsamer ein als bei den anderen Anthranoiddrogen. Darreichungsformen: Tee, Elixiere, Weintinktur. Eine Kombination mit Ka­mille und Fenchel oder mit Mucilaginosa (Schleimpflanzen) ist empfehlenswert.

Tagesdosis: 20-30 mg Hydroxyanthracenderivate. Die geringste Dosis, die individuell erforderlich ist um eine Verstärkung der Darmtätigkeit zu erreichen ist die beste. Maximal 1-2 Wochen lang einneh­men.

Nebenwirkungen: Magen-Darmkrämpfe bzw. -koliken, bei Langzeitanwendung Elektrolytverluste. Gegenanzeigen: Schwangerschaft (abortive Wirkung!), Stillzeit, entzündliche Darmerkrankungen, keine Anwendung bei Kindern unter 10 Jahren.

Präparate: Heumann Abführtee Solubilax N Pulver.

Teezubereitung: 1 TL (0,5-3 g) geschnittene Rinde in 250 ml kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen, 10 Min. ziehen lassen und abgießen. Abends vor dem Schlafengehen 1 Tasse

trinken.

Kommission E: Obstipation.