Haronga Harunga madagascariensis Harunganae folium /-cortex (M)

Der Harongastrauch gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse und hat eine besondere Beziehung zur Bauchspeicheldrüse. Rinde und Blätter sind die einzigen Drogen, die die Pankreassekretion anre­gen. Gleichzeitig gehören sie zu den wirkungsvollsten „Pankreas-Pflanzen”, weil sie durch ihren Hy­pericingehalt auch die depressive Stimmungslage von Pankreaskranken auffangen können.

Inhaltsstoffe: Dihydroxyanthracenderivate (Rinde: Harunganin, Madagscin, Blätter: Hypericin, Pseu­dohypericin), Leucocyane, Gerbstoffe, Flavonoide, Phytosterine und Spurenelemente.

Wirkungen: Stimuliert die exokrine Pankreasfunktion, regt die Sekretion von Magen- und Gallesaft an, blähungshemmend, stimmungsaufhellend.

Indikationen: Ein hervorragendes Mittel gegen leichte exokrine Pankreasinsuffizienz, Verdauungs­störungen und Völlegefühl. Haronga soll immer begleitend zur Enzymsubstitution gegeben werden.

Darreichungsformen: Fertigpräparate.

Tagesdosis: 25-50 g Droge bzw. 7,5-15 mg eines wässrig-alkoholischen Trockenextraktes. Nicht län­ger als 2 Monate einnehmen (aufgrund fehlender Langzeitstudien).

Nebenwirkungen: Photosensibilisierung möglich aufgrund des Gehalts an Pseudo- und Hypericin. Gegenanzeigen: Akute Pankreatitis, akute Schübe einer chronisch-rezidivierenden Pankreatitis, schwere Leber-Gallestörungen, Verschluss der Gallenwege, Ileus.

Präparate: Harongan Tbl. /Tr., Enzym-Harongan Mantel Drg. (mit javanischer Gelbwurz, Pankreas­enzym).

Teezubereitung: Keine, wird nur als Fertigpräparat verordnet.

Kommission E: Dyspeptische Beschwerden, leichte exokrine Pankreasinsuffizienz.