Rosmarin Rosmarinus officinalis Rosmarinus folium /-aetheroleum (Chemotyp Campher) (M)

Rosmarin

Rosmarin

Wer einmal an den nadelförmigen Blättern des Rosmarins reibt und seinen intensiven, strengwürzigen Geruch einatmet, der spürt die Wirkung: ein Duft, der wach macht, der die Sinne klärt. Rosmarin ist das Wach-Kraut für den Schreibtisch, die Pflanze, die den Kreislauf unterstützt, die als Badezusatz für kräf­tige Durchblutung sorgt: eine stärkende, tief durchwärmende Pflanze. Die alten Kräuterkundigen be­schrieben den Rosmarin so: „Rosmarin sterket die Memory, das ist die Gedächtnüsz. Behütet vor Pesti­lenz, erwärmet das marck in den Beinen, bringet die sprach wieder, macht keck und herzhafftig, macht jung und retardiert das Alter, so man es allen Tag trinket“. Mit heutigen Worten: Rosmarin regt den Blutkreislauf an, macht warme Gliedmaßen und stärkt die geistige Leistungsfähigkeit.

Inhaltsstoffe: 1,0-2,5 % ätherisches Öl mit 1,8-Cineol und Campher, Lamiaceen-Gerbstoffe mit Rosma­rinsäure, bittere Diterpenphenole.

Wirkungen, innerliche Anwendung: Steigerung des Koronardurchflusses, stimulierend, positiv inotrop. Äußerliche Anwendung: Hautreizend, durchblutungsfördernd, wärmend (vor allem bei kalten Händen und Füßen).

Indikationen, innerliche Anwendung: Kreislaufbeschwerden mit Hypotonie, Koronare Herzkrankheit, Rekonvaleszenz und chronische Schwächezustände. Bei konstitutioneller oder postinfektiöser Kreislaufschwäche sowie bei Kreislaufkollaps: 30 Tropfen Rosmarintinktur. Außerliche Anwendung: Zur Anre­gung des Kreislaufs und bei chronischen Durchblutungsstörungen, die mit kalten Händen oder Füßen einhergehen.

Darreichungsformen: Droge für Aufgüsse; Drogenpulver, Trockenextrakte, Rosmarinwein, Frisch­pflanzensaft, Spiritus, Salbe (für die innerliche Anwendung sind alkoholische Extrakte zur Kreislaufan­regung besser geeignet, weil ätherische Öle nur zu ca. 25 % in eine Teezubereitung übergehen). Ätheri­sches Öl für Inhalationen, Bade- oder Massagezubereitungen, oder auch einfach 1 Tropfen auf ein Ta­schentuch geben und tief einatmen.

Hinweis: Äußerlich können Einreibungen mit Rosmarin, am oberen Brustbeinende („Angstpunkt“), am Handgelenk, an der Innenseite des Armes (entlang des kleinen Fingers) oder am Solarplexus eingerieben, das Herz unterstützen.

Tagesdosis, innerliche Anwendung: 4-6 g Droge. Äußerliche Anwendung: 50 g Droge auf ein Vollbad, 6-10 % ätherisches Öl in Zubereitungen.

Nebenwirkungen: Bei normaler Dosierung sind keine Nebenwirkungen zu befürchten. Abends ange­wendet kann es zu Einschlafstörungen kommen.

Gegenanzeigen: Alkoholische oder ätherische Rosmarin-Zubereitungen sollen während der Schwan­gerschaft nicht eingenommen werden, da Bestandteile des ätherischen Öls toxische Wirkungen (Auslö­sung von Gebärmutterblutungen) haben können. Ab und zu eine Tasse Rosmarintee schadet nicht!

Präparate, innerliche Anwendung: Kneipp Rosmarin Pflanzensaft. Außerliche Anwendung: Cor-Vel Truw Herzsalbe (mit Campher, Menthol, Fichtennadelöl), Guttacor-Balsam N (mit Campher), Kneipp Herzsalbe (mit Campher, Levomenthol), Kneipp Kreislaufbad Rosmarin-Aquasan (mit Campher), Leu­kona-Kreislaufbad (mit Campher).

Teezubereitung: 1 TL (2 g) gut zerkleinerte Droge mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 7 Min. be­deckt stehen lassen und abgießen. 3-4-mal tgl. 1 Tasse trinken. Alkoholische Extrakte sind intensiver wirksam; zur Wirkungsverstärkung evtl. 10-20 Tropfen Tinktur/Tasse zugeben.

Vollbad: 50 g Droge mit 1 l Wasser überbrühen, bedeckt 30 Min. ziehen lassen, abgießen und einem Vollbad zugeben.

Kommission E: Äußere und innere Anwendung: adjuvant bei Kreislaufbeschwerden.

 

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