Johanniskrautöl um den Johannistag herstellen – Tradition, Sonne und rotes Öl
Kaum eine Heilpflanze ist so eng mit dem Sommer verbunden wie das Johanniskraut. Rund um den Johannistag am 24. Juni öffnen sich die goldgelben Blüten und färben das Öl bei der Mazeration langsam rubinrot. Doch warum gilt gerade dieser Zeitpunkt seit Jahrhunderten als ideal für die Herstellung von Johanniskrautöl?
Johanniskraut und der Johannistag
Der Johannistag am 24. Juni markiert traditionell den Höhepunkt der Johanniskrautblüte. Bereits in alten Kräuterbüchern wurde empfohlen, die Pflanze rund um diesen Tag zu sammeln.
Die Nähe zur Sommersonnenwende verlieh dem Johanniskraut seit jeher eine besondere symbolische Bedeutung. In vielen Regionen galt es als Sonnenpflanze, die Licht und Wärme speichert.
Auch heute noch nutzen viele Kräuterfreunde die Zeit um den Johannistag, um ihr Johanniskrautöl anzusetzen.
Woran erkennst du Johanniskraut?
Johanniskraut (Hypericum perforatum) wächst bevorzugt an sonnigen Wegrändern, Böschungen und mageren Wiesen.
Typische Merkmale:
- leuchtend gelbe Blüten
- schwarze Punkte an den Blütenrändern
- gegen das Licht durchscheinende Öldrüsen in den Blättern
- rötlicher Pflanzensaft beim Zerreiben der Blütenknospen
- Blütezeit von Juni bis August
Warum färbt sich Johanniskrautöl rot?
Das Besondere am Johanniskrautöl ist seine intensive rote Farbe.
Verantwortlich dafür sind Inhaltsstoffe wie Hypericin und verwandte Farbstoffe, die während des Auszugs in das Öl übergehen. Mit der Zeit entsteht das typische Rotöl, das seit Jahrhunderten geschätzt wird.
Johanniskrautöl herstellen
Zutaten
- frisch geerntete Johanniskrautblüten
- hochwertiges Olivenöl oder Sonnenblumenöl
- sauberes Schraubglas
Zubereitung
Die Blüten locker in ein Glas füllen und vollständig mit Öl bedecken. Anschließend das Glas verschließen und für etwa vier bis sechs Wochen an einen hellen Ort stellen.
Während dieser Zeit nimmt das Öl nach und nach seine charakteristische rote Farbe an.
Danach wird das Öl abgeseiht und in dunkle Flaschen abgefüllt.
Welche Methode ist die beste?
Traditionell wird Johanniskrautöl als Kaltauszug hergestellt.
Diese Methode hat mehrere Vorteile:
- einfache Herstellung
- schonende Verarbeitung
- traditionelle Vorgehensweise
- intensive Rotfärbung des Öls
Für die Hausapotheke ist sie meist völlig ausreichend.
Verwendung von Johanniskrautöl
Johanniskrautöl wird traditionell äußerlich verwendet:
- zur Pflege trockener und beanspruchter Haut
- bei kleinen Prellungen und Verstauchungen
- zur Massage verspannter Muskeln
- zur Narbenpflege
- zur Pflege sonnenstrapazierter Haut
Aufbewahrung
Damit das Öl möglichst lange haltbar bleibt:
- in dunkle Flaschen füllen
- kühl lagern
- vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
Bei sorgfältiger Herstellung ist Johanniskrautöl häufig etwa ein Jahr haltbar.
Die Herstellung von Johanniskrautöl rund um den Johannistag verbindet altes Kräuterwissen mit einem der schönsten Rituale des Sommers. Aus den leuchtend gelben Blüten entsteht innerhalb weniger Wochen ein tiefrotes Öl, das seit Generationen einen festen Platz in der traditionellen Hausapotheke hat.
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