Mutterkraut – die traditionelle Heilpflanze bei Migräne und Kopfschmerzen

Seit Jahrhunderten begleitet Mutterkraut Menschen bei wiederkehrenden Kopfschmerzen.

Mit seinen weißen Blüten und dem aromatischen Duft erinnert Mutterkraut an eine kleine Kamille. Doch hinter der unscheinbaren Pflanze verbirgt sich eine lange Geschichte als geschätzte Heilpflanze, insbesondere bei Kopfschmerzen und Migräne und zählt bis heute zu den bekanntesten traditionellen Migränepflanzen Europas.

 

Woran erkennst du Mutterkraut?

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) gehört zur Familie der Korbblütler und stammt ursprünglich aus Südosteuropa. Heute findet man es in vielen Bauerngärten, an Wegrändern und gelegentlich verwildert in

Mutterkraut

Mutterkraut

der Natur.

Typische Merkmale:

  • weiße Zungenblüten mit gelber Blütenmitte
  • kamillenähnliche Blüten
  • stark aromatischer Duft
  • hellgrüne, gefiederte Blätter
  • Wuchshöhe von 30 bis 80 cm
  • Blütezeit von Juni bis September

Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein intensiver, würzig-herber Duft.

 

Eine Heilpflanze mit langer Geschichte

Bereits in der Antike wurde Mutterkraut als Heilpflanze geschätzt. Sein botanischer Name parthenium leitet sich vom griechischen Wort „parthenos“ ab, was „Jungfrau“ bedeutet.

Im Mittelalter gehörte Mutterkraut zu den wichtigen Klostergartenpflanzen. Traditionell wurde es bei Fieber, Frauenbeschwerden, Verdauungsproblemen sowie wiederkehrenden Kopfschmerzen eingesetzt.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe
Mutterkraut enthält:

  • Sesquiterpenlactone (insbesondere Parthenolid)
  • ätherisches Öl
  • Flavonoide
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe

Besonders das Parthenolid steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen.

 

Welche Eigenschaften werden Mutterkraut zugeschrieben?

Traditionell wird Mutterkraut wegen seiner entzündungshemmenden, krampflösenden und schmerzlindernden Eigenschaften geschätzt. Laboruntersuchungen weisen darauf hin, dass Inhaltsstoffe der Pflanze verschiedene Entzündungs- und Botenstoffprozesse beeinflussen können.

Die klinische Forschung konzentriert sich vor allem auf die mögliche Rolle von Mutterkraut bei der Vorbeugung von Migräne.

 

Mutterkraut bei Migräne

Mutterkraut ist vor allem durch seine traditionelle Anwendung bei Migräne bekannt geworden. Bereits seit Jahrhunderten wird die Pflanze genutzt, um die Häufigkeit wiederkehrender Migräneanfälle zu verringern.

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen haben sich mit dieser Anwendung beschäftigt. Die Ergebnisse fallen jedoch unterschiedlich aus. Einige Studien zeigen positive Effekte auf die Häufigkeit von Migräneanfällen, während andere keinen eindeutigen Nutzen nachweisen konnten.

Deshalb gilt Mutterkraut heute nicht als gesicherte Therapie, wird jedoch weiterhin als traditionelle Heilpflanze zur Migräneprophylaxe geschätzt.

Wichtig ist dabei, dass Mutterkraut traditionell über einen längeren Zeitraum vorbeugend angewendet wird und nicht zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls dient.

 

Mutterkraut in der Volksheilkunde

Neben Kopfschmerzen und Migräne wurde Mutterkraut traditionell eingesetzt bei:

  • Menstruationsbeschwerden
  • Fieber
  • Verdauungsbeschwerden
  • nervöser Unruhe

Viele dieser Anwendungen beruhen auf langjähriger Erfahrung in der Volksheilkunde.

 

Mutterkraut im Bauerngarten

Mutterkraut ist nicht nur eine Heilpflanze, sondern auch eine attraktive Gartenpflanze. Die zahlreichen weißen Blüten locken Bienen und andere Insekten an und sorgen über viele Wochen für Farbtupfer im Kräuterbeet.

Die robuste Pflanze gilt als pflegeleicht und versamt sich häufig selbst.

 

 

Mutterkraut-Tinktur

Zutaten

  • frisches Mutterkraut
  • 40–50 % Alkohol

Zubereitung

Ein Schraubglas locker mit frischem Kraut füllen und mit Alkohol übergießen. Gut verschließen und etwa drei Wochen ziehen lassen. Anschließend abfiltern und dunkel lagern.

 

 

Wann sollte Mutterkraut nicht verwendet werden?

Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten vorsichtig sein, da es zu allergischen Reaktionen kommen kann.

Während Schwangerschaft und Stillzeit wird Mutterkraut nicht empfohlen.

 

Mutterkraut gehört zu den bekanntesten traditionellen Heilpflanzen Europas. Besonders seine lange Geschichte als Begleiter bei wiederkehrenden Kopfschmerzen und Migräne macht die Pflanze bis heute interessant.
 Auch wenn die wissenschaftliche Forschung kein einheitliches Bild liefert, wird Mutterkraut weiterhin von vielen Menschen geschätzt und bereichert zugleich als blütenreiche Pflanze den Kräuter- und Bauerngarten.

Quellen

  • European Medicines Agency (EMA): Assessment Report on Tanacetum parthenium
  • ESCOP Monographs: Tanacetum parthenium
  • Pittler MH, Ernst E. Feverfew for preventing migraine. Cochrane Database of Systematic Reviews
  • Wichtl M.: Teedrogen und Phytopharmaka
  • Blumenthal M. et al.: The Complete German Commission E Monographs

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