Schafsbinde, Schwindelkirsche, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Waldnachtschatten, Walkerbaum, Wutbeere
Ab Ende Mai blüht die Tollkirsche; im Juli erscheinen die namengebenden schwarzglänzenden Beeren. Die „Königin der Nachtschattenpflanzen“ ermöglichte durch den in Euphorie versetzenden Wirkstoff den Hexen zum Fliegen. Sie wird in Mittel- und Südeuropa als Tee genossen oder geraucht. Der Name „belladonna“ = schöne Frau“ erscheint bereits in Kräuterbüchern des 16. Jhdts. und geht wohl darauf zurück, daß der Saft, in die Augen getröpfelt, die Pupillen vergrößert. Früher haben sich – vor allem italienische – Frauen deshalb Tollkirschensaft in die Augen geträufelt. Medizinisch wird der Wirkstoff Atropin heute noch in der Augenheilkunde zur Pupillenerweiterung genommen. Verwendung auch bei parkinsonscher Krankheit.
Wenn ein Mädchen in der Bukowina einem Burschen gefallen und beim Tanz das erste sein wollte, musste es an einem Sonntag im Fasching mit seiner Mutter, in Sonntagskleidern angetan, ins Feld gehen und in einem Leinensäckchen Brot, Salz und Branntwein mitnehmen, eine Tollkirschwurzel ausgraben und ihre mitgebrachten Sachen an jener Stelle zurücklassen. Auf dem Nachhauseweg musste es dann die Wurzel auf dem Haupte tragen und so blieb die gewünschte Wirkung nicht aus.
Ein riskantes Liebesrezept besagt: „Der Extrakt der Tollkirsche, in starker Verdünnung und winziger Menge eingenommen, steigert bei Frauen die sexuelle Erregung“.
ACHTUNG: Alle Teile der Pflanze sind giftig!
- Verschreibungspflichtig bis D3
- Enthält stark krampflösende Alkaloide
- Atropinum sulfuricum D4 oder Belladonna D4 bewähren sich in Ergänzung mit krampflösenden Tees


