Wermut Artemisia absinthium Absinthii herba (M)

 

Wermut

Wermut

Wermut mit seinem stark-würzigen Aroma galt als dämonenabwehrende Pflanze. Sie sei, nach PFARRER KNEIPP, auch gut für gallsüchtige Weiber, die anderen das Leben nur schwer machten. Wermut wurde Kindern in die Wiege gelegt, um Kobolde und Geister von ihnen fern zu halten und ihnen dadurch einen ruhigen Schlaf zu schenken.

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle mit Thujon, Bitterstoffe, Flavonoide, Ascorbinsäure.

Wirkungen: Appetitanregend, tonisierend auf Magen und Gallenblase, gallenflussfördernd, blä­hungswidrig, antimikrobiell, entzündungshemmend und krampflösend. In höheren Mengen anregend und tonisierend auf das ZNS. Resistenzsteigernd bei Grippe.

Indikationen: Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen vor allem der Galle, bei Unterfunktion des Gal­lesystems, Dyskinesie der Gallenwege und bei atonischen Zuständen der Galle.

Darreichungsformen: Tee, Tinktur, Wermutwein (Cincano, Martini). Als Gallemittel nach dem Es-sen einnehmen.

Hinweis: Das giftige thujonhaltige Oleum Absinthii wurde zur Herstellung des Absinths verwendet. Bei höherer Dosierung hat es zentralnervös-toxische Wirkung; in der Minimaldosierung der ganzen Droge zum Tee hat es keine nachteilige Bedeutung.

Tagesdosis: 2-3 g Droge.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt.

Gegenanzeigen: Magen-Darm-Geschwüre, Stillzeit, Schwangerschaft.

Präparate: Abdomilon N Liqu. (mit Egelwurz, Enzian, Kalmus), Ventrimarin novo Tinktur (mit En­gelwurz, Enzian).

Teezubereitung: 1/4-1 TL (je nach individueller Bittergeschmacksempfindung; 1 TL = 1,5 g) mit 1 Tasse heißem Wasser überbrühen, bedeckt 3-7 Min. ziehen lassen und abgießen. 1-2 Tassen tgl. trin­ken. Bis zu 3 Tassen Tee sind unbedenklich bzgl. der toxischen Wirkung des Thujons aus dem ätheri­schen Öl.

Kommission E: Appetitlosigkeit, dyspeptische Beschwerden, Dyskinesien der Gallenwege.