Adonisröschen Adonis vernalis Adonidis herba (M)

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Das zierliche Hahnenfußgewächs mit den großen goldgelben Blüten kam einst als Einwanderer aus der südrussischen Steppe, fand hier auf sonnigen Hügeln und Heidewiesen seine neue Heimat und steht in Deutschland unter strengem Naturschutz!

Adoniskraut lässt sich nur schwer kultivieren und stammt ausschließlich aus Wildbeständen. Dies ist aus Sicht des Naturschutzes eine problematische Situation, weil es die Herstellung standarisierter Produkte erschwert (der Gehalt der Hauptglykoside unterliegt starken Schwankungen).

Inhaltsstoffe: Herzwirksame Glykoside (z. B. Adonitoxin, Cymarin), Flavonoide.

Wirkungen: Positiv inotrop, zentral sedierend. Adonisglykoside wirken rasch, werden rasch abgebaut und kumulieren nicht. Sie erweitern zusätzlich die Koronarien und wirken harntreibend.

Indikationen: Funktionelle und nervöse Herzbeschwerden (Kardiosedativum) mit Herzschwäche und nervösen Unruhezuständen, leichte Herzinsuffizienz sowie bei Hyperthyreose bzw. beim sogenannten „Schilddrüsenherz” mit Tachykardie und bei Angina pectoris.

Darreichungsformen: Fertigarzneimittel mit eingestelltem Adoniskrautpulver.

Tagesdosis: 0,6 g eingestelltes Adonispulver (DAB), max. Einzeldosis 1,0 g, max. Tagedosis 3,0 g; Zubereitungen entsprechend.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt. Bei Überdosierung typische Zeichen einer Digitalis-Intoxikation (Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen).

Gegenanzeigen: Therapie mit Digitzlisglykosiden, Kaliummangelzustände.

Wechselwirkungen: Wirkungssteigerung bei gleichzeitiger Gabe von Chinidin, Calcium, Saluretika, Laxanzien; bei Langzeittherapie mit Glukokortikoiden.

Kommission E: Leicht eingeschränkte Herzleistung (Herzinsuffizienz NYHA 1-II), v. a. bei nervöser Begleitsymptomatik.