Die Gundelrebe ist eine leise, aber kraftvolle Frühlingspflanze, die den Körper sanft weckt, den Stoffwechsel anregt und uns zurück in die Lebendigkeit führt
Lateinischer Name: glechoma hederacea
Volksnamen
Gundelrebe, Gundermann, Erdefeu, Donnerrebe
Erntezeit
März bis Juni (am besten zur Blütezeit)
Verwendbare Pflanzenteile
Kraut (frisch bevorzugt)
Vorkommen
In Gebüschen, an Waldrändern, auf Wiesen und in Gärten – weit verbreitet und oft teppichbildend wachsend
Inhaltsstoffe
Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherische Öle, Mineralstoffe, Vitamin C
Eigenschaften
Anregend, stoffwechselaktivierend, schleimlösend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, appetitanregend
Hilft bei
Erkältungen und Atemwegserkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Frühjahrsmüdigkeit, zur Unterstützung des Stoffwechsels
Pflanzenporträt & Hintergrund
Die Gundelrebe war bis ins 17. Jahrhundert hinein eine der wichtigsten Bierwürzen. Erst als Mönche in England begannen, Hopfen anstelle der Gundelrebe zu verwenden, geriet sie nach und nach in Vergessenheit. Während die Gundelrebe als wachmachend und belebend galt, entsprach der beruhigende, eher dämpfende Charakter des Hopfens mehr den Vorstellungen der damaligen Zeit. So wandelte sich auch die Wirkung des Bieres – von einem eher anregenden Getränk hin zu einem beruhigenden.
Heute gilt die Gundelrebe als wertvolle Wildpflanze mit vielseitigen Eigenschaften. Besonders frisch verwendet entfaltet sie ihre Kraft am besten, da beim Trocknen ein Teil der ätherischen Öle und damit auch ihr charakteristisch herber Geschmack verloren geht.
In der Küche lässt sie sich wunderbar einsetzen – als Bestandteil einer Kräutersuppe, wie ein mildes Wildgemüse oder besonders fein in einem Frühlingssalat, kombiniert mit Kerbel, Brunnenkresse, Gänseblümchen und jungen Schafgarbenblättern. Ihre leicht reizende, anregende Wirkung kann dabei die Tätigkeit vieler Körperorgane unterstützen.
Der Name „Gundelrebe“ geht vermutlich auf das gotische Wort „Gund“ (Eiter, Geschwür) zurück, was auf ihre frühere Verwendung bei entsprechenden Beschwerden hinweist. Auch Hildegard von Bingen empfahl sie – etwa für erfrischende Bäder.
Medizinische Anwendung
Entschlackend, schleimlösend bei Atemwegserkrankungen, entzündungshemmend. Unterstützt Verdauung und Stoffwechsel, wirkt leicht aktivierend auf den Organismus.
Teezubereitung
1 TL frisches Kraut mit 150 ml heißem Wasser übergießen,
7 Minuten bedeckt ziehen lassen.
2–3 Tassen täglich trinken.

