Schneeglöckchen, die unbekannte Heilpflanze

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Volksheilkunde im Kaukasus

Im europäischen Raum ist es als Heilpflanze nahezu unbekannt. Im Kaukasus wird das dortige Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) schon lange in der Volksheilkunde verwendet.

Alte Menschen essen die Zwiebeln gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche.

An Kinderlähmung erkrankten Kindern gab man eine Medizin aus Schneeglöckchen.

Um 1950 herum begannen Forschungsarbeiten mit dem im Kaukasus heimischen Schneeglöckchen Galanthus woronowii. Die  Wissenschaftler entdeckten u.a anderem das Alkaloid Galanthamin.

 

Schneeglöckchen-Wirkstoffe gegen Alzheimer

Ursprünglich suchte man einen Wirkstoff  gegen  Kinderlähmung, die in den 50er und 60er Jahren noch zu den schlimmsten Krankheiten in Europa gehörte.

Dorfbewohner im Kaukasusgebiet hätten – so hieß es – Substanzen aus den Zwiebeln des dort wild wachsenden Schneeglöckchens erfolgreich als Heilmittel gegen diese Erkrankung verwendet.

Die Forscher fanden heraus, das Galanthamin in der Lage ist, die Folgen von Alzheimer deutlich zu lindern, wenn auch die Grunderkrankung nicht zu heilen. Die Substanz macht es möglich, dass die verbliebenen Nervenzellen effektiver arbeiten können.

Galanthamin ist auch in anderen Pflanzen wie Narzissen und der Sommerknotenblume [Leucojum aestivum] sowie im Europäischen Schneeglöckchen [Galanthus nivalis] zu finden.

 

Mittlerweile wird Galanthamin synthethisch hergestellt.

 

Heutige Verwendung des Wirkstoffs

Galanthamin wirkt zweifach. Bei Menschen, die an der Alzheimer-Krankheit leiden, ist die Menge des Botenstoffes Acetylcholin zu gering. Acetylcholin ist am Informationsaustausch zwischen Nervenzellen im Gehirn beteiligt.

Nach jetzigem Forschungsstand trägt Galanthamin dazu bei, dass der Abbau von Acetylcholin gehemmt und gleichzeitig die Empfindlichkeit der Nervenzellen für den Botenstoff gesteigert wird. Auf diese Weise wird die Leistung des Gehirns verbessert.

 

Aber bitte nicht essen!

Essen sollte man die Zwiebeln des Schneeglöckchens nicht, denn sie enthalten auch giftige Substanzen, die bei Verzehr Übelkeit und Erbrechen auslösen können. Die Substanzen schützen die kleine Pflanze vor dem Fraß durch Wildtiere.

 

Homöopathie

Homöopathisch wird dieser Frühlingsbote u.a bei verschiedenen Herzerkrankungen eingesetzt.

Es  wird aus der Zwiebel eine Verdünnung oder Verreibung hergestellt.

Botschaft der Blume: „Hilfe loszulassen, wenn einem eine Last, eine schwere Bürde auf der Seele liegt.“ (Galanthus nivalis Dil. D6)

 

Symbole der Hoffnung

Auch die Schneeglöckchen im Garten sind besondere Schätze. Sie sind Symbole der Hoffnung und blühen trotz widriger Umstände unerschütterlich. Wenn man es am wenigsten erwartet und des Winters müde ist, bringen sie Anmut und Schönheit in den Garten.

 

So hat ein kleiner Frühlingsbote einen Anstoß für eine wichtige medizinische Entwicklung gegeben und zeigt, welche wertvollen Ressourcen in Wildblumen  schlummern können!

 

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1 Kommentar

1 Ping

  1. Hallo Claudia, habe Sie auf die Liste gesetzt. Termine spätestens im November auf der Homepage oder per E-Mail.
    LG
    Carmen Randolf

  1. […] erscheinen, schiebt der Wurzelstock die Blüten aus dem Boden. Huflattich gehört wie  das Schneeglöckchen zu den ersten […]

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