Schlehenblüte – Frühlingsfee in weißem Gewand

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„Gleich einer Frühlingsfee in  weißem Gewand, zieht der Schlehdorn übers Land.“

 

Mandelartig duften ihre Blüten.  Kaum sind die Schlehen erblüht, ist dieses wunderbare Schauspiel auch schon wieder vorbei.

Durch die großen Dornen  und ihr dichtes Gestrüpp dient sie manchem Tier als Schutz; in Gärten wächst sie als undurchdringlicher Zaun.

 

 

Historisches:

Geht man auf die Suche nach Geschichten über die Schlehe, wird man schnell fündig.

  • Die Kelten sahen in ihr ein „Feengewächs“ (was sicher auch mit ihrem wunderschönen weißen Blütenkleid geschuldet ist).
  • Der englische Name  „strife“  bedeutet Hader oder Streit. Man verband die Schlehe mit Magie, Kampf und Unglücksverheißung.
  • Der hiesige Volksglaube wusste: „dass eine reichliche Schlehenblüte zu vielen Schwangeren führe und uneheliche Kinder hervorbringe.“
  • Schlehenbeeren wurden ab dem Mittelalter als Abtreibungsmittel eingesetzt. Wenn eine „Weibsperson“ Schlehen aß, musste sie dies beichten.

So soll im 19. Jahrhundert eine Bayerin gebeichtet haben, dass sie drei Schlehenbeeren gegessen hat, aber auch insgesamt schon acht Kinder vom Pfarrer empfangen.

 

Pflanzenbeschreibung:

Die Schlehe wächst strauchartig bis max. 3 m. Die jungen Zweige sind samtartig behaart und wachsen zu  spitzen Dornen aus. Die Blätter sind elliptisch geformt und am Rand eingesägt. Erst blüht die Schlehe, dann folgen ihre Blätter. Aus den Blüten wachsen die Beeren. Erst grün, dann blau bereift.

 

Verwechslung
Oft wird die Schlehenblüten mit der Weißdornblüte vewechselt.

Merke: Bei der Schlehe kommt erst die Blüte, dann das Blatt. Beim Weißdorn umgekehrt.

Lateinischer Name prunus spinosa L.
Volksnamen Bockbeerli, Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn, Dornschleha, Eschendorn, Schlaia oder Schliehen
Erntemonat Blüte: März-April

Blätter: sofort nach dem Abblühen

Beeren: im Spätherbst

Verwendbare Pflanzenteile Blüten, Blätter, Beeren
Vorkommen kalkhaltiger Boden, an Waldrändern, sonnigen Berghängen, Wegränder
Inhaltstoffe Blüten: Spuren von Amygdalin (Blausäureglukosid, das u.a. für den mandelartigen Geruch sorgt); Cumarinderivate, Flavonglykoside

Blätter: zusätzlich Gerb- und Bitterstoffe

Beeren: Gerbstoffe, Amygdalin, Vitamin C, Säuren

Eigenschaften Schlehenblüten: mild abführend, leicht harntreibend und magenstärkend.

Schlehenblüten ernten:

 

Wollen wir Schlehenblüten zu Tee oder Schlehenblütenöl verarbeiten, sollten wir sie an einem warmen trockenen Mittag ernten. Ausgebreitet auf einem Leinentuch trocknen sie am besten bei Zimmertemperatur.

 

Schlehenblüten-Tee

Ein Tee aus Schlehenblüten wirkt mild abführend, leicht harntreibend und magenstärkend.

2 gehäufte Teelöffel Schlehenblüten  mit 1/4 l Wasser übegiessen, langsam zum Sieden bringen, dann abseihen. 2 Tassen Tee pro Tag ungesüßt.

 

VVolksheilkundlich verwendet man den Tee zur Blutreinigung bei Gicht, Hauterkrankungen und rheumatischen Beschwerden.

Hierzu gibt man eine Hand voll frisch gepflückter Blüten in 1 l gekochtes und auf ca. 70 Grad abgekühltes Wasser (das Abkühlen  dauert in etwa 10 Minuten)

Tgl. 2-3 Tassen trinken, solange die Schlehen blühen.

 

Äußerlich kannst du diesen Tee auch  für Umschläge bei Hautausschlägen anwenden.

 

Schlehenblütenelixier – gegen Frühjahrsmüdigkeit und in der Rekonvaleszens

  • 2 Hände voll Schlehenblüten in ein Einmachglas geben.
  • 2 Esslöffel flüssigen  Honig darüber geben.
  • Mit einem  ¾ Liter trockenen Weißwein auffüllen und das Ganze für mindestens eine Woche an einen hellen Platz stellen.
  • Täglich schütteln ist wichtig! Nach einer Woche abfiltrieren.

 

Täglich 1 Likörgläschen trinken. Das Elixier sorgt für neue Kräfte.

 

 

Auch der Ansatz einer Oxymel-Tinktur empfiehlt sich

So stelle ich einen  Schlehenblüten-Oxymel her:

Zutaten

  • 2 Teile Essig
  • 6 Teile Honig möglichst regional und naturbelassen
  • 1 Teil Schlehenblüten
  • 1 leeres Schraubglas

 

1. Das Schraubglas mit kochendem Wasser desinfizieren (oder mit hochprozentigem Alkohol)

2. Die Blüten in das Glas geben.

3. Honig und Essig zu einer homogenen Masse vermischen

4. Blüten damit übergiessen

5. An einem ruhigen, dunklen Platz bis zu vier Wochen ziehen lassen.

6. Ab und zu  schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe lösen können

7. Blüten abfiltern und den fertigen Oxymel in einem sauberen, verschließbaren Glas aufbewahren. Er  ist bei Zimmertemperatur etwa ein Jahr lang haltbar und sollte dunkel gelagert werden.

Erwachsene nehmen täglich zur Stärkung etwa zwei bis drei Esslöffeln, eine halbe Stunde vor dem Essen, gelöst in einem Glas Wasser zu sich.

Oxymel kann vorbeugend gegen Krankheiten drei Wochen lang täglich eingenommen werden. dann eine einwöchige Pause einlegen und die Kurs nochmals beginnen.

 

Schlehenöl

Ein Glas mit den Schlehenblüten füllen. Mit einem guten  Mandelöl übergiessen, bis alle Blüten bedeckt sind. Mit einem Löffel oder Holzstab die Blüten etwas andrücken, damit die Luftblässchen zwischen den Blüten entweichen können. Jojobaöl gibt der Mischung mehr Haltbarkeit, du kannst aber auch  den Inhalt einer Kapsel mit Vitamin E (gibt’s in Apotheken) zugeben.

Stelle das Glas für 3 Wochen an einen hellen Platz. Regelmässig schütteln. Dann durch einen Kaffeefilter abgießen.

Das Öl kräftigt, wärmt und strafft die Haut (gerne in Verbindung mit einer Massage). Ermüdete Winterhaut wird wieder rosig. Schlehenblütenöl eignet sich auch als Schwangerschaftspflegeöl.

 

Bei kalten Füßen eine wärmende Zugabe für ein wärmendes Fußbad:

Hierzu 1 Eßl. Öl  auf 1 L heißes Wasser geben und die Füße  darin 15- 20 Min baden.  Anschließend die Füße mit dem Schlehenblütenöl zusätzlich massieren,  warme Socken an und die aufziehende Wärme geniessen.

 

Viel Spass wünscht

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